Das Wesen hinter der Kamera

 

Dieses Wesen bin ich: Kathi, Baujahr 1983 , geboren im Königreich Franken, Sternzeichen Widder (und das mit Leidenschaft), Schuhgröße 40.

Seit 2007 lebe ich als Quotenbayer im schönen Murr und versuche seitdem hinter die Geheimnisse der mysteriösen Kehrwoche, Besenwirtschaften und dem schwäbischen Dialekt zu kommen. Um den Multikultiaspekt zu vervollständigen bereichern zwei Labrador Mädels – Nele und Maya – aus Hessen jeden Tag mein Leben.

Selbst vor der Kamera zu stehen war für mich lange Zeit die allergrösste Strafe und ich war das schlechteste, ungeduldigste und wohl auch undankbarste Model der Welt. Von daher lag es einfach sehr nahe (und auch zur Rettung der allgemeinen Gesamtstimmung), mich kurzerhand hinter die Kamera zu bewegen und die Welt durch den Sucher zu betrachten. Ich spaziere gerne mit offenen Augen durch die Welt (macht Sinn!), und kann mich am Beobachten von Mensch und Tier lange erfreuen.

2011 habe ich eine unvergessliche Reise nach Südafrika unternommen. Während der Tierbeobachtungsfahrten in den Naturschutzgebieten, den so genannten Game Drives, konnte ich in Ruhe Bilder von Tieren und Natur schießen. Und um es kurz zu sagen: das Jagdfieber packte mich. Ich – die sonst Geduld nicht gerade zu ihren Stärken zählt (und das ist nun gelinde gesagt maßlos untertrieben)  – saß bis zu zehn Stunden im Hide (einem Unterstand) am Wasserloch; wartete auf DAS Bild. Über die Ergebnisse war ich selbst teilweise überrascht, und ich war stolz wie Oskar.

Wieder zu Hause musste nun Labbidame Nele herhalten. In allen Lebenslagen und Situationen wurde Nelchen nun als Fotoobjekt missbraucht. Glücklicherweise ist Nele das geborene Model – sie mag Action mit mir und hat viel Spass dabei – vor allem wenn dabei noch ein Dummy oder etwas kulinarisch lukratives im Spiel ist. Ich gebe zu, ich war von jedem Bild begeistert, und die Bilder waren anfangs echt schlecht. Glücklicherweise lernt auch eine Kathi hinzu und die Bilder bekamen nach und nach etwas mehr Tiefe, wurden überlegter geschossen und haben sich qualitativ verändert. Ich gebe zu, vielleicht lag es am Anfang auch daran, dass  mich die ganzen Knöpfe und Einstellungen der Kamera dezent verwirrten. Neles Halbschwester Maya zog 2012 bei mir ein, und die kleine Maus sollte natürlich perfekt abgelichtet werden, ein Welpe zieht schließlich nicht jeden Tag ein. Auch durch Maya habe ich fotographisch wieder einiges gelernt.

Durch das Posten von Bildern in sozialen Medien sahen einige Freunde und Bekannte meine Bilder und immer wieder wurde ich ermuntert, Bilder von Tieren Anderer zu machen. Lange traute ich mir dies nicht zu. Doch irgendwann bin ich über meinen Schatten gesprungen und es begannen mit zitternden Händen erste, private Shootings. Das Feedback war toll, und nun hat sich das Fotographieren zu meinem zweiten Standbein entwickelt.

Ich liebe „echte“ Bilder. Bilder, die spontan entstehen, aus der Situation und dem Moment heraus, in dem Licht und der Situation, die sich gerade ergibt. Ich bin der Ansicht, dass in jedem Menschen etwas Wunderbares steckt, das man nur manchmal mit einer Heugabel herauskitzeln muss, damit es auf den Bildern auch strahlen kann. Ich liebe leuchtende Augen, Sommersprossen und Falten und bin bei den Shootings für jeden Quatsch zu haben. Ich genieße es nach einem Welpenshooting nach Welpen duftend nach Hause zu fahren, die Haare in alle Himmelsrichtungen abstehend, weil die Zwerge daran rumgezerrt haben und auf mir herum geturnt sind. Ich liebe es nach einem Shooting in der Kombination Kinder und Pfützen meine Kamera von einer chicen Schlammfarbe zu reinigen, für eine Langzeitbelichtung im Winter am Boden festzufrieren oder fast vom Löwen gefressen zu werden, weil ich gedankenverloren den Springbock knipse, den sich besagter Löwe zum Frühstück herausgesucht hat.

Kurz gesagt, mein Beruf macht mir einfach Spass. Es ist mir wichtig, dass sich die Menschen auf den Bildern gefallen (die Tiere haben sich bislang glücklicherweise nicht beschwert), und zwar so, wie sie sind.Weil sie einfach toll und einzigartig sind. Und jeder Fotograf, der sagt, dass dieser oder jene Mensch unfotogen sei, der sagt zunächst einmal nur etwas über seine eigenen Fähigkeiten aus.

Habe fertig, bin Knipsen!

Meine Ausrüstung

Aktuell knipse ich mit der Nikon D800 und favorisiert mit meinem Nikon 70-200mm f/2,8. In dieser Kombi sind sehr viele Bilder meines Portfolios entstanden.